Biografie
Friedrich Fröbel
Mit Gründung des ersten Kindergartens der Welt in Bad Blankenburg erlangte Friedrich Fröbel (1782- 1852) Weltgeltung. Er hatte bei seiner Tätigkeit als Schulpädagoge erkannt, dass die frühe Kindheit für das gesamte weitere Leben von großer Bedeutung ist. Gleichzeitig sah er die dringende Notwendigkeit einer neuen Familien- und Kleinkindererziehung, weil sich zu dieser Zeit mit der Arbeitswelt zugleich auch das Familienleben änderte. Als Folge war es zu Gründungen von Kleinkinderschulen und Bewahranstalten gekommen. Doch Fröbel wollte die Kinder nicht nur bewahren oder unterrichten, sondern ihre Entwicklung altersentsprechend fördern und anregen. In diesem Sinne erkannte er das Spiel als wichtigste Form kindgemäßen eigenen Lernens, als ein Übungsfeld für alle Kinder vor der Schule.

Weil Fröbel zu seiner Zeit den bildenen Wert von Grundformen erkannte, begann er in seinem Wohnhaus in Bad Blankenburg mit der Produktion und dem Versand entsprechender Spielmaterialien. Nach seinen Zeichnungen und Entwürfen wurden die berühmten Spielgaben Kugel, Walze und Würfel sowie die durch Teilung des Würfels entstandenen Bausteine aus Holz gefertigt.

Im Jahre 1839 wurde Friedrich Fröbel zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Gleichzeitig wurde ihm das Haus über dem Keller mit der Esplanade zur Verfügung gestellt, damit er die von ihm erdachten Spiele und Spielzeuge mit den Kindern der Stadt erproben konnte. Er begann, junge Männer, später vor allem Frauen, in der Pflege des Spiels zu unterweisen. Er nannte das Haus Spiel- und Beschäftigungsanstalt. Im Frühjahr 1840 fand er den treffenden Namen "Kindergarten" für seine Einrichtung.

Für die Gründungsveranstaltung des Allgemeinen Deutschen Kindergartens wählte Fröbel den 28.06.1840, den 400. Jahrestag der Erfindung der Buchdruckerkunst. Gemeinsam mit vielen Ehrengästen und Bürgern der Stadt wurde die denkwürdige Veranstaltung im Rathaussaal von Bad Blankenburg gefeiert. Eine Steintafel am sanierten Gebäude erinnert an dieses Ereignis.