Baumaßnahmen an der B 88 stoßen auf Kritik
Behörde rechtfertigt ihre Vorgehensweise

Von OTZ-Redakteur Wolfgang Schombierski Rudolstadt/Bad Blankenburg.

Der Bad Blankenburger Christoph Schmidt schüttelte mit dem Kopf. "Ich frage mich, warum die Baumaßnahmen an der B 88 von Rudolstadt-Schwarza nach Bad Blankenburg notwendig waren", sagte er. Der 27-Jährige hält diese Arbeiten für unnötig und für eine Verschwendung von öffentlichen Mitteln. Denn die Straße sei ganz überwiegend in gutem Zustand gewesen.

Auf der B 88 seien die zentimeterdicke obere Fahrbahndecke in den vergangenen Wochen abgetragen und der Untergrund aufgeraut worden. Auf dem Abschnitt von Schwarza (Molkerei) bis zum Ortseingangsschild Bad Blankenburg habe man bereits eine neue Fahrbahndecke aufgetragen.
"Ich habe mit mehreren Einheimischen über diese Maßnahme gesprochen. Dabei herrschte übereinstimmend Unverständnis über die Bauarbeiten", machte Schmidt deutlich. Die letzte grundhafte Sanierung der Straße liege noch nicht allzu lange zurück. Auch seien trotz des vergangenen Winters beispielsweise keine Schlaglöcher zu sehen gewesen. Dass nun umfassende Baumaßnahmen an dieser Bundesstraße durchgeführt werden, sei zumindest für den Laien nicht nachvollziehbar. Der Steuerzahler müsse letztlich für die Kosten geradestehen.

Der Leiter des Straßenbauamtes Mittelthüringen, Bernd Hoffmann, wies Kritik an seiner Behörde mit Nachdruck zurück. Auf OTZ-Anfrage erklärte er, dass lediglich ein Teilstück von etwa 100 Metern in der jüngeren Vergangenheit im Bereich der Molkerei eine neue Deckschicht erhalten habe. Aber im Zuge der Gesamtsanierung sei der Abschnitt erneut wegen einheitlicher Gebrauchseigenschaften bei den aktuellen Arbeiten berücksichtigt worden. Laut einer Untersuchung sei die vor 14 Jahren aufgebrachte Fahrbahndeckschicht auf der B 88 zwischen Schwarza und Bad Blankenburg nahezu vollflächig schadhaft gewesen. Das habe sich durch großflächige Netzrisse sowie durch einige partielle Durchbrüche dargestellt. Um die darunter liegende Binderschicht nicht zu gefährden, müsse die oberste Verschleißschicht abgefräst und durch eine neue Asphaltdeckschicht ersetzt werden. "Sollten solche Instandsetzungsarbeiten nicht rechtzeitig erfolgen und nachfolgende Schichten durch eindringendes Wasser geschädigt werden, müssen diese ebenfalls erneuert werden, was zu deutlichen Mehrkosten führt", erklärte Hoffmann.

Bei der Baumaßnahme würden keine Steuermittel vergeudet. Im Gegenteil: Durch das umsichtige und vorausschauende Verhalten des Straßenbauamtes Mittelthüringen erfolge der Mitteleinsatz auf sparsamste Art und Weise.
Quelle: rudolstadt.otz.de
18.07.2009
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letzte Aktualisierung: 18.07.2009
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