Der Landessportbund Thüringen (LSB) zog in diesem Jahr eine erfolgreiche Bilanz, will jedoch der rückläufigen Entwicklung im Nachwuchs-Leistungssport weiter entgegenwirken. Bad Blankenburg. Peter Gösel ist nicht gerade für Gefühlsausbrüche bekannt. Weder im positiven, noch im negativen Sinne. Und so fiel die Bilanz des LSB-Präsidenten nach dem olympischen Jahr im moderaten Ton aus. Obwohl er allen Grund zur Freude hatte. Elf Medaillen brachten die 25 Thüringer von Vancouver mit nach Hause, 23 Plaketten sprangen bei Welt- und Europameisterschaften heraus. Zudem hat der personelle Zuwachs im LSB einen Rekordstand erreicht. 374 504 Menschen waren 2010 in 3472 Vereinen registriert. Das sind 8589 mehr als im vergangenen Jahr und stellt die größte Zunahme seit einem Jahrzehnt dar. Damit sind 16,6 Prozent der Thüringer in Sportvereinen aktiv. "Wir sind auf einem guten Weg in Richtung der avisierten 17 Prozent im Jahr 2012", sagte Gösel. Der Verbands-Chef lobte auch die "bemerkenswerte Entwicklung" der Ballsportarten. Drei Erstligisten im Volleyball (Gotha, Erfurt, Suhl), einen im Frauenfußball (Jena) und erstmals einen Bundesliga-Tabellenführer im Handball (THC) seien Aushängeschilder, "deren Erfolg allerdings nicht in unserer Nachwuchsförderung und - entwicklung begründet ist". Darin sehen Gösel und LSB-Hauptgeschäftsführer Rolf Beilschmidt die größten Probleme. Während früher bemängelt wurde, dass Talente den Sprung in den Erwachsenenbereich nicht schaffen würden, "ist es uns jetzt nicht ausreichend gelungen, erfolgreiche Nachwuchsathleten an das internationale Spitzenniveau bei den Junioren heranzuführen", so Beilschmidt. Selbst "Leuchttürme" im Wintersport wie Biathlon, Skilanglauf oder Rennrodeln bleiben weit hinter früheren Erfolgen zurück. Eine Krise wie in der Leichtathletik oder Schwimmen sei, laut Beilschmidt, zwar nicht zu befürchten. Trotzdem will sich der LSB 2011 schwerpunktmäßig mit der Entwicklung im Jugendbereich befassen. "Es muss alles auf den Prüfstand. Die Sichtung gilt es ebenso zu verbessern wie die Zusammenarbeit mit den Fachverbänden und Schulen", sagte der Hauptgeschäftsführer. Der Sport müsse offensiver auf die Schulen zugehen. Wie Gösel erklärte, "darf es nicht zur Regel werden, dass Sportlehrer außerunterrichtliche Sportangebote in den Schulen über Fördervereine anbieten und der Vereinssport außen vor bleibt". Marco Alles / 16.12.10 / TA |