Jens Thiel, Polizist aus Bad Blankenburg, absolviert seit gestern ein Praktikum im Police Department von Miami. Dem 33-Jährigen stehen aufregende Wochen bevor. Bad Blankenburg. Jens Thiel will alles miterleben: Wasserschutzpolizei, Mordkommission, Raubdezernat, Streifendienst. Ach ja, und ein komplette Schicht mit dem Hubschauber. Seit gestern absolviert der 33-jährige Bad Blankenburger Polizeibeamte ein einmonatiges Praktikum beim Miami Police Department (MPD). Und ihm dürften die aufregendsten Wochen seiner bisherigen Polizeilaufbahn bevorstehen. Neugierig gemacht hat mich ein Kollege in der Polizeischule in Meiningen, sagt der junge Mann, der seit 1997 bei der Polizei und seit 2003 in der Regionalen Beweissicherungseinheit bei der Kriminialpolizei-Inspektion Saalfeld ist. Der berichtete über die Möglichkeiten eines Auslandsaufenthaltes während seines Studiums in Meiningen. Ich hatte eine unruhige Nacht danach, zerbrach mir den Kopf, ob das etwas für mich ist und am Morgen entschloss ich mich für eine Bewerbung, erinnert sich der Bad Blankenburger. Den notwendigen Notendurchschnitt hatte Jens Thiel, er vbestand den Englisch-Test und ein Empfehlungsschreiben der Schulleitung erhielt er auch. Und so stand seinem Abflug am vergangenen Wochenende nach Florida nichts mehr im Wege. Was den jungen Mann dort alles erwartet, konnte er nur vage beschreiben: Thiel wird im Ausbildungszentrum des MPD übernachten und in den nächsten vier Wochen alle Streifenbereiche durchlaufen. Gleichzeitig wird er schutzpolizeiliche Aufgaben kennenlernen, Bereiche der Kriminalpolizei wie das berühmte CSI Miami stehen ebenfalls auf dem Plan. Und bei nicht wenigen Stationen dürfte der Adrenalinspiegel des Blankenburgers in die Höhe schnellen. Denn Thiel musste komplett ohne seine polizeiliche Ausrüstung in die USA reisen und wird dort auch nicht damit ausgerüstet. Bei den Fahrten mit dem Streifenwagen werde ich beispielsweise neben den amerikanischen Polizisten in Zivil sitzen, sagt der Kripo-Beamte. Weder eine Waffe noch eine Schussweste werde er dabei haben. Und spätestens, als er vor einigen Tagen im Fernsehen einen Beitrag über Polizeiarbeit in Miami sah, wurde mir doch etwas mulmig, gibt er zu. Doch an ein Zurück dachte er auch da nicht. Jens Thiel, der sozusagen von der Polizeischule in Meiningen zu diesem vierwöchigen US-Aufenthalt delegiert wurde, muss das Praktikum allerdings selbst bezahlen. Das MPD steht vornehmlich Polizei-Praktikanten aus Spanien und Portugal offen, so dass man als Deutscher eine wöchentliche Aufwandsentschädigung von 130 Dollar aufbringen muss, sagt Thiel. Hinzu kommen noch die Übernachtungskosten, die aber für die vier Wochen etwa 700 Dollar betragen Summen, die der Blankenburger gern für vier aufregende Wochen bezahlt. Ich mich überraschen lassen, so das Credo des Polizeibeamten, der an seinen dienstlichen Aufenthalt noch eine Woche Urlaub mit seinen Freunden in Miami Beach dranhängen wird. Nicht nur ihnen wird er im April eine ganze Menge vom amerikanischen Polizeialltag erzählen können. Peter Scholz / 01.03.11 / OTZ |