Clown Karin aus Blankenburg fährt nach Berlin zu 50plus-Talentwettbewerb
Bad Blankenburgerin setzt sich singend beim Talentewettbewerb für die Generation 50+ in Gera durch und geht mit anderen für den Freistaat Thüringen beim Finale in Berlin an den Start.

Bad Blankenburg.

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin.

Das, was Fußballfans seit Jahren in packenden DFB-Pokalduellen skandieren, wenn ihre Mannschaft vorne liegt, kann Karin Töpfer aus Bad Blankenburg jetzt auf ihre Weise für sich in Anspruch nehmen. Denn sie wird mit anderen - darunter ein Liederschreiber mit Gitarre und ein Trompeter - die Thüringer Farben im Finale um den Grand Prix "Goldener Herbst" in der deutschen Kapitale als singender Clown vertreten. Dafür hatte sie sich unlängst beim Talentewettbewerb der Generation 50 + qualifiziert.

Noch "brühwarm" vor Augen ist der dynamischen 60-Jährigen ihr Auftritt im Saal des Clubzentrums Comma in Gera. "Meine Güte, was zitterten mir anfangs die Knie", lässt sie den für sie denkwürdigen Tag nochmals Revue passieren. Dass sie dann unter 14 qualifizierten Teilnehmern ganz vorne landete und den Vorausscheid für den Grand Prix "Goldener Herbst" gewann, ist nach wie vor ein hoch zufriedenes Lächeln wert. Und sie wäre nicht Karin Töpfer, wenn sie sich fürs Finale am 30. September nicht gute Chancen für einen der vorderen Plätze ausrechnen würde. Ihre Stimmbänder, so versteht sich von selbst, will sie bis dahin gut pflegen.

Die Bad Blankenburgerin lebt ihre Rolle nach eigenen Angaben seit Jahren. "Denn der Clown darf eigentlich alles sagen, ohne bei den Leuten anzuecken, und bringt sie doch zum Lachen", sagt sie.

Ob bei Einlagen im Bad Blankenburger Carneval Club (BBCC), dem sie an der Seite ihres Mannes Werner, der langjähriger Präsident des BBCC war, die Treue hält, ob bei Geburtstagsfeiern, ob bei Stadt- und Dorffesten - nur allzu gern setzt sich Karin Töpfer die grüne Perücke auf, legt das Clownskostüm an und schlüpft in ihre bunten Schlappen, um vor ihr Publikum zu treten.

Dabei singt sie seit 1999 das Lied "Der Clown", das ihr von den Bad Blankenburgern Roberto Burian und dem früh verstorbenen Axel Janca extra auf den Leib geschneidert wurde. Die Kontakte damals hatten sich durch den BBCC ergeben. Längst war bekannt, dass sie in früheren Jahren in der Big-Band Blau-Weiß Weida als Sängerin beeindruckt hatte. "Sogar als Vorband eines Konzertes von Frank Schöbel durften wir anrücken", erinnert sich Karin Töpfer.

Ihr Lied handelt von einem alternden Clown, der gern auf der Bühne steht und keine großen Überredungskünste braucht, um weiter zu machen. "Denn wer im Rampenlicht steht, kommt davon nicht mehr los", zitiert Karin Töpfer eine Passage des Liedes, die durchaus auf sie zutreffen mag.

Im Freizeitforum Marzahn in Berlin wird ihr Clownlied im Herbst zu hören sein. Wie die anderen 24 Finalteilnehmer steht die Bad Blankenburgerin vor einer großen Herausforderung und wird alles daran setzen, um die Gunst des Publikums zu gewinnen. Ihre Präsentation will sie mit einem sportlichen Leckerbissen garnieren. Wie der aussehen soll, ist noch ein Geheimnis. Nur soviel: "Die Leute sollen staunen, was ein 60-jähriger Clown noch so alles kann", lacht Karin Töpfer, die mit viel Herzblut in der Liedertafel Rudolstadt als "Tenor" die Männer unterstützt.


Wolfgang Schombierski / 05.05.12 / OTZ
Quelle: rudolstadt.otz.de
05.05.2012
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letzte Aktualisierung: 05.05.2012
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