Zahn der Zeit nagt an Glocken
Dach des Bad Blankenburger Pfarrhauses muss ebenfalls saniert werden
Von Roberto Burian Bad Blankenburg. Die Hiobsbotschaften in der evangelischen Kirchgemeinde Bad Blankenburg reißen nicht ab. Nachdem immense Kosten für die Restaurierung der Orgel anfallen (OTZ berichtete), nagt der Zahn der Zeit jetzt auch an den Kirchturm-Glocken.

Seit über 620 Jahren läuten die Glocken der Stadtkirche. Im Turm befindet sich eine Bronzeglocke mit einem Gewicht von 1390 Kilogramm aus dem Jahr 1759. Gefertigt wurde diese vom Rudolstädter Johann Mayer. In dessen Werkstatt holte sich einst Friedrich Schiller Anregungen für sein Gedicht "Die Glocke . Zwei Stahlglocken der Gießer Schilling und Lattermann aus Apolda wurden der Ersatz für die im ersten Weltkrieg eingeschmolzenen Bronzeglocken. Sie weisen ein Gewicht von 1100 beziehungsweise 550 Kilogramm auf. Ihre Glockenweihe erfolgte am 29. Juli 1923.

"Die heutige Läutanlage ist mittlerweile 50 Jahre alt und damit wirklich in die Jahre gekommen , sagt Bernd Kerntopf, Küster und Vorsitzender des Gemeindekirchenrates. Bei der letzten Wartung habe die Glockenbaufirma Willing aus Gräfenhain festgestellt, dass dringend Sanierungsmaßnahmen ergriffen werden müssen, damit die Glocken künftig nicht auf Dauer schweigen. Der erste Teil der Erneuerung, mit dem zumindest die Läutbarkeit der großen Bronzeglocke wieder hergestellt werden soll, wird die Kirchgemeinde zirka 9000 Euro kosten. Pfarrer Andreas Kämpf freut sich, dass es Mitstreiter gibt, die sich für die Restaurierung einsetzen und Geld für Sanierungsarbeiten sammeln. "Die Hälfte dieser Kosten ist bereits durch Spendengelder abgesichert , informiert Kämpf. Für die gesamte Restaurierung kalkuliert der Kirchenvorstand mit rund 50 000 Euro.

Kämpf selbst wird sich über kurz oder lang zumindest vorübergehend nach einer neuen Bleibe umsehen müssen. Schuld daran ist der Zustand des Daches vom Pfarrhaus. Auch das ist dringend sanierungsbedürftig. Das Haus beherbergt neben der Familie des Pfarrers und dessen Büro noch zwei weitere private Wohnungen. Ein Förderbescheid in Höhe von 240 000 Euro sei bereits eingegangen, heißt es. 44 Prozent betrage der Anteil des Landes. Den Rest muss die Kirchgemeinde selbst schultern.

In diesem Jahr soll noch mit den Arbeiten an beiden Objekten begonnen werden, soweit es die Witterungsbedingungen zulassen. So einen milden Winter wie den letzten wünschen sich die Kirchenleute - und natürlich die Mithilfe von Bürgern und Unternehmen der Stadt, um alles zu einem guten Abschluss zu bringen und der Kirche im Ort die "Stimme zu erhalten.
Quelle: rudolstadt.otz.de
24.10.2007
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letzte Aktualisierung: 26.10.2007
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